Es gibt ja so Klischees. Opel-Fahrer, gleichgekleidete eineiige Zwillinge, Informatiker, Frauen, aber es gibt auch Klischees, die mehr als Klischees sind, sie sind nämlich einfach wahr.
Man regt sich hier im Zonengrenzgebiet gerne über die Lipper auf und hat auch allerlei Sprüche für sie, “Was kriegt ein Lipper, wenn er 25 Jahre unfallfrei gefahren ist? – Ein Hamelner Kennzeichen” usw. Obwohl ich schon viel gesehen habe, was der Lipper auf deutschen Straßen verbrochen hat, hat’s heute dem Fass den Boden ausgeschlagen.
Ich stehe nichts Böses ahnend auf dem Parkplatz eines Getränkemarkts und lade meine Samstags-Einkäufe in meinen Polo und gucke nach links auf die Straße. Ein grüner Polo 6n mit einem jungen Mann fährt vorbei und hält sich tatsächlich – jetzt bitte aufpassen – die Hand schützend an den Kopf um den Einfall der tiefstehenden Sonne nicht in die Augen zu bekommen. Ok, ich sehe ein, dass man diese Geste manchmal braucht, z.B. wenn man am Spielfeldrand steht und seinem Lieblingsfußballer auch noch in der hinterletzten Ecke des Platzes beim Dribbeln zugucken möchte oder wenn man in der Fußgängerzone ist und gucken will, was im Schaufenster eines Uhrmachers eine schöne Uhr kostet – die Kackschilder bei den Brüdern sind ja auch immer viel zu klein – aber nicht im Auto! Nein kein Mensch macht sowas, niemand, keiner..
Wofür wurde im PKW-Bau denn die Sonnenblende in die Serienaussattung übernommen, wofür ist die da, natürlich zum Sonne abschirmen. Aber der Lipper macht’s mit der Hand. Erstaunlich.
Das Schlimmste an der Sache ist aber, dass der “Mann” dann nur eine Hand am Lenkrad hat. Und wenn man den Fahrstil der Lipper kennt, kann das nur bedeuten, dass es Tote gibt. Gott sei Dank stand ich auf dem Parkplatz…








